alte Tiefdruckpresse für Radierungen
Tiefdruckpresse

Die Technik der Carborundum-Radierung

 

 

Der Begriff Carborundum wird von dem synthetischen Hartstoff Siliziumkarbid (Härteskala 9, fast so hart wie Diamant) hergeleitet und z.B. als Schleifsand für Lithosteine verwendet. (Carborundsand oder Corundsand).Weitere Informationen dazu bei "wikipedia".

 

Die „Carborundum-Radierung“(andere Bezeichnungen sind: Kunstharz-Aquatinta, Malerische Aquatinta oder Malermanier, sowie einfach nur Carborundum) , von Henri Goetz (franz. amerik. Künstler, 1909-1989) erfunden, ist eine komplizierte und schwierige künstlerische Drucktechnik. Er vermischte Corundsand mit Zinkweiß und "malte" damit auf die Druckplatte, die dann anschließend geätzt wurde. (genaue Beschreibung in dem Buch von Walter Dohmen "Der Tiefdruck").

Viele Künstler haben diese Technik aufgegriffen und sie für ihre Zwecke abgewandelt. (z.B: Antoni Tapies, Joan Miro, James Coignard, Antoni Clave, Shoichi Hasegawa, Otmar Alt)

Bei dieser Technik wird meistens die Radierung mit dem Prägedruck kombiniert.

An entsprechenden Stellen der Druckplatte wird eine Mischung aus diesem „Schleifsand“ und einer Paste (Kunstharz, spezielle Acrylkleber- oder z.B. Polyester-Spachtelmasse) aufgetragen, wodurch eine strukturierte Erhöhung erzielt wird. Diese hoch liegenden Teile der „Carborund-Paste“, kombiniert mit herkömmlich bearbeiteten Druckplatten, wie z.B. den tief liegenden Linien und Flächen der herkömmlichen Ätz-Radierung, ergeben im Druck eine jeweils unterschiedliche Bildwirkung. Zusätzlich mit dem Materialdruck lassen sich erstaunliche Ergebnisse erzielen. Die Abzüge auf dickem Büttenpapier, hinterlassen eine sehr ästhetische, starke Relief-Prägung, die den Reiz dieser Technik ausmacht.

Jeder Künstler entwickelt seine eigene Technik, oft in Kombination mit anderen Drucktechniken. Entscheidend ist der „Corundsand“ in verschiedenen Härtegraden, der als Träger der Farbe dient. Es ist möglich von einer Platte in mehreren Farben zu drucken oder für jede Farbe eine eigene Platte in der traditionellen Radiertechnik herzustellen. Wichtig ist der letzte Druckvorgang mit der Carborundum- Prägung

 

Durch die sehr individuelle Einfärbetechnik, welche meist mit dem Borstenpinsel aufgetragen wird, entstehen Drucke mit differenzierten Farbabstufungen mit sehr malerischer Wirkung, die bei jedem Abzug variieren. Oft werden dann noch zusätzlich an einigen Stellen Farben von Hand aufgetragen, um die Struktur noch deutlicher hervorzuheben.

 


Die  beste Informationsquelle für künstlerische Drucktechniken, die ich kenne und empfehlen kann ist Prof. Walter Dohmen. In der "Akademie Kloster Steinfeld" bietet er gelegentlich Kurse an.

 

weitere Quellen:


Wikipedia


Henner Kätelhön: "Die Radierung"

 

Wolfgang Autenrieth: "Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren"

 



 

 

 

 

 

Linolschnitt für Carborundumdruckplatte "Ammonit"
Linolschnitt für Carborundumplatte "Ammonit"

Linolschnitt für meine Carborundumplatte "Ammonitgesicht". Dieser Linolschnitt diente als Ausgangsbasis und wurde später mit der Carborundum-Technik überarbeitet.